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Buzzwords alert! Warum für mich Diversität und Inklusion so wichtig sind


Ich bin adoptiert und war die einzige BIPoC in meiner Familie und in meiner Heimatstadt. Somit war ich immer anders als alle anderen. Menschen, die wie ich waren, sah ich sehr selten. Deswegen fehlte mir oft das Gefühl von Zugehörigkeit. Denn die anderen wiesen mich ja täglich darauf hin, dass und wie ich anders war.


Heute lebe ich mit meiner Frau, die Weiß ist, zusammen. Wir sind auch anders als die meisten anderen. Aber zumindest sind wir zusammen anders. Und das macht einen riesigen Unterschied und gibt mir wahnsinnig viel inneren Frieden, Selbstvertrauen und damit Zuversicht.


Unsere Tochter, auch eine BlPoC, ist, seitdem wir in den USA leben nicht mehr ganz so anders, wie alle anderen. Sie liest hier Bücher in denen sie als BlPoC repräsentiert wird, in deren Rollen sie sich wiederfinden kann. Sie sieht hier viele Menschen, die so aussehen wie sie. Trotz der unterschiedlichen Kulturen, spürt sie eine Zugehörigkeit - und das ist so wichtig! Wichtig für ihr mentales Wachstum, inneren Frieden und ihre Gesundheit.


Unsere Tochter hat viel Glück. Sie kann jeden Tag sie selbst sein. Das bedeutet Freiheit und Selbstbestimmung, und ich merke, wie gut dies für ihr Selbstbewusstsein ist.


Leider kenne ich viele Menschen, die dieses Glück nicht täglich teilen. Sie sind anders. Die Konsequenz: Sie verstellen sich, ziehen sich zurück und verstummen nach und nach, um nicht verletzbar zu sein. Ausgrenzung ist furchtbar. Wir wollen doch alle nur dazugehören und akzeptiert werden.


Deswegen wünsche ich mich mehr Orte, wo nicht nur Kinder sicher sind, sie einfach sie selbst sein dürfen und voll und ganz so angenommen werden, wie sie sind. Dies wünsche ich mir für alle Menschen.


Wie gestalten wir diese Orte?


Als Erstes können wir bei uns selbst starten. Wenn uns Menschen erzählen, dass sie sich durch einen Kommentar oder eine Handlung von uns verletzt oder ausgrenzt fühlen, dann sollten wir einfach mal genau zu- und hinhören. Es ist kein angenehmes Gefühl kritisiert zu werden, ich weiß. Aber die Reaktion das Argument unseres Gegenübers direkt abzuwehren oder zu relativieren hilft nicht weiter. Und vielleicht schaffen wir es, die Perspektive zu wechseln und uns einen Moment in unser Gegenüber hinein zu versetzen.


Es ist diskriminierend und verletzend, wenn es die empfangende Person so empfindet – unabhängig davon, wie es die sendende Person gemeint hat.

Ich bin häufig müde, mich immer und immer wieder erklären zu müssen, Diskussionen über Diskriminierung, Rassismus oder White Privilege als stellvertretendes Sprachrohr aller BlPoC oder queeren* Frauen führen zu müssen. Aber auch ich bin privilegiert und kann und möchte meinen Teil dazu beitragen sichere Orte für uns alle zu schaffen.


Bist Du auch dabei? Möchtest Du helfen. Die Welt ein wenig bunter und sicherer zu machen? Dann schreib mir!


*queer = Sammelbegriff für alle Personen, die nicht der heterosexuellen Geschlechternorm entsprechen

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