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Evaluation von Coaching - Teil 1: Was ist Coaching?


Die Meinungen über Coaching-Dienstleistungen sind so verschieden, wie die Coachinglandschaft vielfältig ist. Der Markt ist gefüllt mit Angeboten unterschiedlichster Formate und Bedingungen. Alleine im Jahr 2017 gab es in Deutschland über 35.000 Coaches, darunter etwa 9.000 spezialisierte Business Coaches. Der Begriff Coaching ist nicht geschützt, weswegen sich jede/r „Coach“ nennen und „Coachings“ anbieten darf. Darüber hinaus gibt es keine Berufszulassungsvoraussetzungen. Verbände bemühen sich seit Jahren um Vereinheitlichung und Zertifizierungen. Laut Ergebnissen der 18. "Coaching Umfrage Deutschland" wünschen sich vor allem die Coaches selbst Mindeststandards für die Ausbildung von Coaches, Ethikrichtlinien sowie Qualitätskriterien. Vielen Menschen ist unklar, was Coaching genau ist. Jedes Coaching ist einzigartig, da die Dienstleistung mit den Klient:innen gemeinsam erbracht wird und hoch komplex sowie nicht fassbar ist. Zudem ist eine Coaching Sitzung immer vertraulich. Diese Merkmale machen Coachings sowohl für Auftraggebende wie auch Klient:innen schwer beurteilbar und führen dazu, dass die Frage gestellt wird, wie wirksam Coaching als Instrument der Personalentwicklung wirklich ist. Um einen Nachweis der Wirksamkeit von Personalentwicklungsmaßnahmen festzustellen nutzten Personalabteilungen Evaluationen.


Um zu klären, wie Coaching als Instrument der Personalentwicklung evaluiert werden kann und welche Risiken zu beachten sind, habe ich eine 4-teilige Blogserie zu „Evaluation von Coaching“ mit folgenden Inhalten erstellt:


1. Was ist Coaching?

2. Was zeichnet gutes Coaching aus?

3. Evaluation von Coaching: Theorie

4. Evaluation von Coaching: Praxis


Im ersten Teil geht es um den Begriff des Coachings.


Ursprung und Definition

Der Ursprung des Coachings stammt aus dem Sport in den 1970-er-Jahren der USA. Die Aufgabe der Coaches war es, die Mannschaften zu Siegen zu führen. In Deutschland wurden in den 90-er Jahren Coachings erstmalig als personalentwicklungsorientierte Betreuung von Fach- und Führungskräften durch interne und externe Beratende durchgeführt. Ob Einzel- oder Teamcoaching, bei allen Formen des Coachings werden keine Ratschläge gegeben, sondern eine individuelle Prozessberatung im Sinne einer ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘. Backhausen und Thommsen definieren Coaching „[...] als eine Form der Beratung für solche Bereiche [...], in denen es keine präskriptiven Regeln gibt, also keine Rezepte des richtigen Handelns.“.


Coaching zielt darauf ab, die vorhandenen Potenziale oder Ressourcen ihrer Coachees zu aktivieren. Die Begleitung durch Coaching erfolgt in der Regel über einen längeren Zeitraum. Damit ein Coaching erfolgreich sein kann, werden gegenseitige Akzeptanz, Vertrauen sowie Diskretion für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorausgesetzt.


Methoden und Prozess

Coaching bedient sich einer großen Anzahl von Methoden, damit individuelle, wechselwirkende und systemische Phänomene in unterschiedlichen Kontexten erfasst und bearbeitet werden können. Das Coaching bedient sich Ansätzen aus psychotherapeutischen Schulen und aus der Wirtschaftspsychologie sowie der Betriebswirtschaftslehre. Der Coachingprozess umfasst einem bestimmten Ablauf: Bedarfsermittlung und Coach-Auswahl, Auftragsklärung und Vertragsgestaltung, Kennenlerngespräch, Coachingsitzung sowie Abschlusssitzung und Evaluation.


Ziele im Coaching

Aus Sicht der Personalentwicklung ist das Ziel eines sogenannten Business Coachings die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Unternehmen erwarten insbesondere Effizienzsteigerung, die Entfaltung von Potenzialen und Verhaltensänderungen. Life Coaching hingegen zielt im Gegensatz zu Business Coaching nicht darauf ab, den Geschäftssinn zu fördern und die Ziele im Einklang mit den Unternehmenszielen zu erreichen. Beim Life Coaching stehen eher persönliche Themen im Mittelpunkt, wie bspw. Überwinden von Angst, Gewinn von Selbstvertrauen oder Balance im Familienleben.


In Unternehmen werden Coaching-Angebote vor allem vom mittleren und gehobenen Management genutzt, um das eigene Führungs- und Problemlösungsverhalten zu reflektieren. Dies bestätigt eine Studie mit 20 Vorstandsmitgliedern und 124 mittleren Führungskräften einer Fortune-500-Company aus dem Jahr 2009. Sie stellten eine deutliche Auswirkung des Coachings auf die Verbesserung des Selbstvertrauens fest, welches dabei hilft neue und ungewohnte Aufgaben erfolgreich meistern zu können. Zudem wurde der Zielerreichungsgrad verbessert.


Fazit

Coaching kann somit als zeitlich begrenzte, individuelle Prozessberatung zusammengefasst werden, die sich unterschiedlicher Methoden bedient, um durch herausfordernde Situationen zu führen, auf neue (berufliche) Herausforderungen vorzubereiten oder Fragen der Unternehmensführung und der strategischen Entscheidungsfindung zu lösen.



Mehr zu Empowerment Coaching mit mir erfahren Sie hier.

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